Lexikon
Annual Return
Der annual return ist der Jahresbericht. Jedes Jahr muss beim Gesellschaftsregister ein annual return eingereicht werden, und zwar alle 12 Monate. Der erste Stichtag für den Jahresbericht ist genau 12 Monate nach der Gründung der Gesellschaft.
Dieser muss genaue Unternehmensdaten enthalten.
Apostille
Als Apostille bezeichnet man die Beglaubigung bzw. Legalisation von Urkunden. Diese Form der Beglaubigung wird unter den Mitgliedsstaaten der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht aus dem Jahre 1961, zu welchem unter anderem auch Großbritannien und Deutschland gehören, anerkannt.
Dieses Verfahren dient zur Vereinfachung des Rechtsverkehrs unter den Mitgliedsstaaten zur wirksamen Anerkennung von Urkunden. Öffentliche Urkunden können mit einer Apostille versehen werden.
Einige Gerichte verlangen zur Eintragung der Limited in das Deutsche Handelsregister eine Apostille.
Articles of association
Die articles of association ist die Satzung für eine limited (Table A der Companies Regulation 1985). Es gibt eine Standard-Mustersatzung, die jedoch oft in der Praxis mit einigen Klauseln abgeändert wird.
Die articles of association umfassen 115 Artikel und regeln alle Fragen zu dem Kapital, den Anteilen, zu den Versammlungen, den Direktoren, zur allgemeinen Verwaltung und zu den Dividenden.
Auditor
Auditor ist der Wirtschaftsprüfer.
Board of Directors
Das board of directors ist das Kontroll- und Leistungsorgan des Unternehmens und besteht aus den Directoren der Gesellschaft. Die Mitglieder des Boards werden allein von den Anteilseignern der Gesellschaft bestimmt.
Board Resolution
Eine Board Resolution ist ein schriftlicher Beschluss, welcher lediglich von dem Geschäftsführer unterschrieben werden muss.
Vereinfacht heißt das, dass dies die schriftliche Niederschrift des directors für eine bestimmte Durchführung eines Vorhabens ist. Dies kann beispielsweise auch die Eröffnung eines Bankkontos sein, zu der die Bank eine Board Resolution benötigt.
Certificate of good standing
Das certificate of good standing ist der Handelsregisterauszug der englischen Limited. Diese Urkunde beinhaltet die Angaben zum Director, Company Secretary, Registered Office, Shareholder sowie Stammkapital. Darüberhinaus wird bei dem „good standing" vermerkt, dass die Gesellschaft sich nicht in Liquidation befindet oder ein Dritter als Verwalter (bspw. Insolvenzverwalter) bestellt ist.
Certificate of Incorporation
Das certificate of incorporation ist das Eintragungszertifikat der Limited. Die wesentlichen Angaben dieses Dokumentes ist der Firmenname des Unternehmens, die Eintragungsnummer (Company No.) sowie das Eintragungsdatum der Gesellschaft. Dieses Dokument wird vom Companies House bei Eintragung der Gesellschaft ausgestellt.
Companies Act
Der companies act ist das englische Gesellschaftsrecht für Kapitalgesellschaften und betrifft die Rechtsform der Limited / Ltd (private company limited by shares), der PLC (public company limited by shares) sowie der CIC (community interest company). Wie beispielsweise in Deutschland die GmbH eigene bestehende GmbH-Gesetze hat, so gilt in Großbritannien der Companies Act.
Der ursprüngliche Companies Act aus dem Jahre 1985 wurde durch den neuen Companies Act 2006 generalüberholt und wird nun in Schritten bis voraussichtlich Oktober 2008 wirksam in allen Instanzen eingeführt.
Chairman
Der chairman ist ein Mitglied aus mehreren Direktoren bestehender board of directors.
Companies House
Das Companies House bezeichnet man auch als Companies Registration Office und ist das Gesellschaftsregister. Das Companies House ist ein zentrales Register für ganz England und Wales und befindet sich in Cardiff. Eine Niederlassung besteht außerdem in London. Im Companies House sind die Informationen über die Gesellschaften erhältlich und die Dokumente für die Gesellschaften werden hier eingereicht.
Für Schottland ist ein eigenes Register in Edinburgh zuständig. Für Nordirland wird das Register in Belfast geführt. Die Kanalinseln haben jeweils ein eigenes Register, sowie auch die Insel Man. Die Inseln haben außerdem ein eigenständiges Rechtsystem.
Director
Der director leitet die Geschäfte der Gesellschaft. Die limited benötigt mindestens einen director, es können auch mehrere directors bestellt werden (board of directors).
Zum director kann eine natürliche oder eine juristische Person bestellt werden. Daher kann, nach noch geltendem Recht, eine Gesellschaft (limited oder GmbH) director einer anderen limited sein. Wird eine juristische Person director, so muss ab dem 1. November 2008 auch zusätzlich eine natürliche Person bestellt werden. Der director kann gleichzeitig mit einem Arbeitsvertrag Angestellter der Gesellschaft sein. Jedoch kann er als director nicht gleichzeitg company secretary sein.
Generalvollmacht
Als Generalvollmacht bezeichnet man eine umfassende Vollmacht welche in allen stellvertretenen Positionen Handlungsentscheidung ermöglicht, die gesetzlich und satzungsmäßig legitim sind.
HM Revenue & Customs
HM Revenue & Customs stellt das "britische Finanzamt" dar. Dies ist eine zentrale Behörde die sämtliche Steuerangelegenheiten des vereinigten Königreiches bearbeitet und verwaltet. Dazu zählen unter anderem Umsatzsteuerangelenheiten für Unternehmen oder Einkommenssteuerangelegenheiten für Privatpersonen in Großbritannien.
Limited / Ltd
Die rechtliche Bezeichnung der limited lautet private company limited by shares. In Großbritannien ist dies die am weitesten verbreitete Rechtsform. Die limited ist eine juristische Person in Form einer Kapitalgesellschaft. Die Haftung der Gesellschafter beschränkt sich lediglich auf die Höhe der übernommenen Anteile, die von ihnen noch nicht eingezahlt wurden. Diese britische Gesellschaftsform ist, trotz zahlreicher Unterschiede, mit der GmbH in Deutschland vergleichbar.
Memorandum of association
Das memorandum of association ist der Gesellschaftsvertrag. Dieser besteht aus dem memorandum of association, der in erster Linie Bestimmungen im Außenverhältnis der Gesellschaft regelt und den articles of association für das Innenverhältnis. Hier wird das Verhalten der beteiligten Gesellschafter und vorgeschriebenen Organe zueinander bestimmt.
Das memorandum einer limited muss dem in den Vorschriften enthaltenen Format entsprechen. Der Companies Act 1985 schreibt den festgelegten Mindestinhalt und unter welchen Voraussetzungen die einzelnen Bestimmungen geändert werden können vor. Das memorandum muss enthalten:
- den Namen der Gesellschaft
- den Zweck der Gesellschaft
- das Nominalkapital und dessen Stückelung
- den Hinweis, das die Haftung der Gesellschaft beschränkt ist
- die Namen der Gründungsgesellschafter (subscribers) und wie viele Anteile die Gründungsgesellschafter zeichnen
Nominal capital
Zur Gründung und Führung einer Gesellschaft muss ein Kapital bestehen, das auch im memorandum benannt werden muss. Das nominal capital ist gestückelt in einzelne Anteile (shares) und bezeichnet den Betrag der Anteile, die von den Direktoren ausgegeben werden können. Es besteht kein Mindestbetrag für das nominal capital. Sollten die Direktoren beabsichtigen mehr Anteile auszugeben, so muss vorher das memorandum geändert werden.
Die Gründungsgesellschafter übernehmen bei der Gründung jeweils die Anteile in der von ihnen gewünschten Höhe. Der Gegenwert braucht nicht sofort bei der Gründung eingezahlt werden, jedoch haften die Gesellschafter persönlich in der Höhe der übernommenen Anteile, bis der Gegenwert eingezahlt ist.
PLC
Die PLC = public company by shares ist vergleichbar mit der deutschen Aktiengesellschaft und wird daher eher von größeren bzw. börsennotierten Aktiengesellschaften gewählt. Da die Anteile (Aktien) der PLC öffentlich angeboten werden können sowie an der Börse gehandelt werden können unterliegt diese Rechtsform strengen Melde- und Berichtspflichten.
Register of members
Das register of members ist das Verzeichnis der Gesellschafter. Jede Gesellschaft muss dieses Verzeichnis führen mit den verpflichtenden Angaben: Namen und Anschriften der Gesellschafter, das Datum wann sie als Gesellschafter eingetragen wurden, die Anzahl und Art der gehaltenen Anteile, die Höhe der gezahlten Beträge der Gesellschafter und ggf. das Datum wann die Beteiligung an der Gesellschaft endete.
Secretary
Jede limited benötigt nach dem englischem Recht einen secretary (company secretary), der mit keiner Position im deutschen Recht gleichzusetzen ist.
Der company secretary wird grundsätzlich von den Direktoren bestellt, die auch seine Pflichten festsetzen. Der secretary hat hauptsächlich die Verantwortung für formelle Aufgaben. Die Aufgaben müssen sorgfältig erfüllt werden, denn ein Verstoß gegen die Pflichten kann schnell Sanktionen nach sich ziehen.
Shareholder
Der shareholder ist der Gesellschafter einer limited. Personengesellschaften (partnerships) und auch Kapitalgesellschaften (companies) können auch Gesellschafter einer limited werden.
Gesellschafter wird man entweder bei der Gründung (Gründungsgesellschafter = subscriber), später durch die Ausgabe neuer Anteile, durch Übertragung von Anteilen bisheriger Gesellschafter (transfer of shares), durch die Übertragung bei Erbschaft bzw. Übertragung bei Konkurs (transmission of shares).
Treuhandvertrag
In einem Treuhandvertrag wird das Verhältnis zwischen Treuhänder und Treugeber vereinbart. Beispielweise übergibt der A (Treugeber) die Verwaltung seiner Gesellschaftsanteile einem B (Treuhänder), da A nicht öffentlich publik machen möchte, dass ihm Gesellschaftsanteile eines Unternehmens gehören. Diese Verfahren werden bspw. auch bei wohltätigen Zwecken angewandt, bei denen der Kapitalspender lieber durch seinen Rechtsanwalt (Treuhänder) vertreten werden möchte, da er öffentlich lieber anonym bleiben möchte.
Treuhänder kann sowohl eine juristische sowie auch eine natürliche Person sein.
